Offener Brief an Bazon Brock

Offener Brief an den Lehrer für bürgerliches Selbstbewusstsein Bazon Brock

Wien, am 22.10.2009 Sehr geehrter Bazon Brock, Sehr geehrter Lehrer, wir haben sie ernst genommen und jetzt müssen wir eine Strafe zahlen. Ist das das Ergebnis von Kunst? Wir haben den Aufruf ≥Eine Stadt biographiert sich selbst≥ ebenfalls in die Tat umgesetzt und wir haben diesen Ansatz in die Öffentlichkeit getragen, nicht irgendwo, nein in Krems. Wir haben vor der Ausstellungseröffnung 6 Tafeln für Deserteure der Deutschen Wehrmacht in der Stadt aufgestellt. Selbstbewusst selbstverständlich, so wie es Sie in Ihrem Vortrag gefordert haben.

Obwohl die Bürgermeisterin der Stadt Krems auch ihre Rede gehört hat, bittet die Stadt uns nun zur Kassa und droht mit einer Verwaltungsstrafe. Es ist doch sonderbar wie unterschiedlich kluge Reden doch aufgefasst werden können. Frau Bürgermeister Inge Rinke hat ihre Rede, so glaube ich aus der Reaktion schließen zu können, gefallen. Doch das Gefallen hat offenbar politische Grenzen. Selbstbewusst sollen wir in der Öffentlichkeit auftreten, haben sie gesagt, wir sollen in ihre Schule gehen. Wir haben das getan und werden nun bestraft. Was sagen Sie als Lehrer dazu? Als guter Lehrer müssten Sie uns nun doch den Rücken stärken und uns auffordern, nicht aufzugeben. Oder vielleicht lassen Sie Frau Bürgermeister und Ihre Beamten nachsitzen, die die Tragweite ihrer Rede und Ihres Appells nicht verstanden haben.

Wir warten mit Ungeduld auf ein Zeichen der Wertschätzung und Unterstützung unseres Lehrers.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Streibel Gerhard Pazderka

PS Damit alle wissen wie rhetorisch brillant Ihre Rede im Kunstraum Stein war, haben wir uns erlaubt ihre Rede in zwei Teilen auf youtube zu stellen.

Film:

Bazon Brock Teil 1

Bazon Brock Teil 2

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